Technik
Wie läuft ein Website-Relaunch ohne Rankingverlust? Mit Bestandsaufnahme, Umleitungstabelle und Nachmessung.
Die meisten Relaunches verlieren Besucher, weil zwei Dinge fehlen: eine Liste aller alten Adressen und die Nachmessung danach.
Ein Relaunch verliert keine Rankings, wenn vor dem Bau jede alte Adresse erfasst wird, jede eine Entscheidung bekommt (bleibt, wird einzeln umgeleitet, entfällt begründet), die Inhalte mit Platzierung erhalten bleiben und nach dem Livegang jede Alt-Adresse nachgemessen wird. Die zwölf Punkte dieser Checkliste decken Bestandsaufnahme, Umleitungen, Inhalt, Technik und Kontrolle ab. Die häufigsten Verluste entstehen durch fehlende Umleitungen und gestrichene Seiten.
Vor dem Bau: Bestandsaufnahme
1. Alle alten Adressen erfassen. Search Console, Sitemap, Wayback-Archiv, Crawl. Jede Adresse in eine Tabelle mit Klicks, Impressionen, Platzierungen und externen Links der letzten zwölf Monate.
2. Externe Links erfassen. Welche Seiten verlinken auf welche Adresse? Verband, Gemeinde, Lieferanten, Verzeichnisse, Presse. Diese Adressen brauchen eine Umleitung, auch wenn sie keine Zugriffe haben, weil der Link sonst ins Leere läuft.
3. Inhalte mit Platzierung markieren. Seiten, die für Suchbegriffe auf Seite eins oder zwei stehen, behalten Überschrift, Kernaussagen und nach Möglichkeit die Adresse. Sie dürfen überarbeitet und erweitert werden, nicht gestrichen oder zusammengelegt.
4. Entscheidung je Adresse. Bleibt (gleiche Adresse), wird umgeleitet (auf welche neue Seite, thematisch passend), entfällt (begründet, mit Statuscode 410). Diese Tabelle ist das wichtigste Dokument des Relaunchs.
Während des Baus: Inhalt und Technik
5. Seitenplan nach Suchbegriffen. Der neue Seitenplan enthält alle Seiten mit Platzierung plus die, die fehlen. Er wird nicht kleiner als der alte, wenn der alte gerankt hat.
6. Texte übernehmen, nicht neu erfinden. Gute Texte bleiben, veraltete werden überarbeitet. Wer alles neu schreibt, riskiert die Kernaussagen, für die die Seite steht.
7. Technik auf dem Testsystem prüfen. Mobile Darstellung, Ladezeit unter zwei Sekunden, Canonical-Angaben, strukturierte Daten, Formulare, Umlaute, keine Testtexte.
8. Umleitungen vor dem Livegang testen. Jede Zeile der Tabelle auf dem Testsystem prüfen: Liefert die alte Adresse den richtigen Statuscode und das richtige Ziel? Mit einem Skript, nicht von Hand.
Livegang
9. Zeitpunkt wählen. Dienstag oder Mittwoch vormittags, nicht vor Saison oder Urlaub, mit einer Person, die den Tag über erreichbar ist.
10. Sofort nach dem Umschalten. Jede alte Adresse live abrufen und den Statuscode prüfen. Sitemap bei Google und Bing einreichen, alte Sitemaps entfernen. Formular testen. Zugriffsmessung prüfen.
Nach dem Livegang: Kontrolle
11. Nachmessung nach vier Wochen. Search Console: Sind die Impressionen der alten Adressen auf die neuen übergegangen? Gibt es 404-Fehler, die vorher nicht da waren? Jede neue Fehleradresse bekommt eine Umleitung.
12. Bilanz nach zwölf Wochen. Klicks, Impressionen und Anfragen im Vergleich zu den zwölf Wochen vor dem Relaunch. Sinken die Impressionen deutlich, ist etwas schiefgegangen, und die Ursache liegt fast immer in Punkt 1 bis 4.
Die zwei Fehler, die die meisten Besucher kosten
Fehlende Umleitungen. Die neue Seite hat neue Adressen, die alten laufen auf 404. Google findet für den Suchbegriff, der drei Jahre Anfragen brachte, nichts mehr. Ein Sammel-Redirect auf die Startseite hilft nicht, er ist nur ein anderer Fehler.
Gestrichene Seiten. Zwanzig Leistungsseiten werden zu drei zusammengefasst, weil die neue Seite „aufgeräumt“ aussehen soll. Mit jeder gestrichenen Seite verschwindet ein Suchbegriff. Aufräumen ist richtig, aber erst nach der Bestandsaufnahme, und nur bei Seiten ohne Platzierung.
Stand: . Preise netto, Änderungen nur bei echter Anpassung.