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Lohnt sich ein eigenes Bestellsystem für den Lieferdienst? Ab etwa 5.000 Euro Plattformumsatz im Monat ja.
13 bis 30 Prozent Provision auf jede Bestellung, auch von Stammkunden. Die Rechnung dagegen ist kurz.
Ein eigenes Bestellsystem rechnet sich für Lieferdienste ab etwa 5.000 Euro Monatsumsatz über Plattformen. Bei 13 Prozent Provision sind das 7.800 Euro im Jahr, bei 8.000 Euro Umsatz 12.480 Euro. Das eigene System kostet einmalig 5.000 bis 7.000 Euro, danach nur Hosting und Zahlungsgebühren. Voraussetzung ist eine Stammkundschaft, die sich mit Flyer und Aufkleber auf die eigene Seite holen lässt; für Neukunden bleibt die Plattform parallel sinnvoll.
Die Rechnung
Ein Lieferdienst macht 8.000 Euro Umsatz im Monat über eine Plattform. Bei 13 Prozent Provision, dem Satz für Betriebe mit eigenen Fahrern laut öffentlicher Preisliste (Stand September 2026), sind das 1.040 Euro im Monat, 12.480 Euro im Jahr. Bei Betrieben, die die Fahrer der Plattform nutzen, liegt der Satz deutlich höher.
Ein eigenes Bestellsystem kostet einmalig 5.000 bis 7.000 Euro, laufend Hosting ab 49 Euro im Monat und die Gebühren der Zahlungsanbieter (PayPal, Karte: etwa 1,5 bis 3 Prozent nur auf Online-Zahlungen, bei Barzahlung nichts). Nach sechs bis acht Monaten hat sich das System bezahlt, wenn die Hälfte des Umsatzes auf die eigene Seite wandert. Danach bleiben jedes Jahr fünfstellige Beträge im Betrieb.
Die Grenze nach unten: Unter 3.000 Euro Plattformumsatz im Monat dauert die Amortisation über zwei Jahre, dann ist ein Bestell-Baukasten oder die Plattform allein die bessere Wahl.
Was das System können muss
Ein Bestellsystem für Lieferdienste ist keine allgemeine Shop-Software mit Pizza drin. Es braucht:
- Speisekarte mit Beilagen, Extras und Belegungsvarianten: halbe Pizza, Viertel, Größen, Mengen, Menüs.
- Automatische Öffnungszeiten mit Ruhetagen, Feiertagen und Lieferzeiten, die von den Abholzeiten abweichen können.
- Liefergebiet nach Postleitzahl mit eigener Liefergebühr und Mindestbestellwert je Gebiet.
- Abholung mit Rabatt, Vorbestellung auf Uhrzeit, Gutscheine.
- Zahlung per PayPal, Karte, Apple Pay, Google Pay oder bar bei Lieferung.
- Bestelleingang per Bondrucker, Tablet, E-Mail oder Kassenanbindung.
- Kundendaten bei Ihnen, mit Bestellhistorie für Stammkunden.
Und es muss auf dem Handy in unter zwei Minuten von der Karte zur Bestellung führen. Das ist der Maßstab, an dem die Plattformen gemessen werden, und den muss das eigene System halten.
Wie kommen die Stammkunden auf die eigene Seite?
Mit jeder Lieferung. Ein Flyer im Karton und ein Aufkleber auf der Tüte: „Direkt bestellen, gleicher Preis, kein Umweg“, mit Adresse und QR-Code. Dazu der Bestell-Link im Google-Unternehmensprofil, wo viele Bestellungen beginnen, und in den sozialen Kanälen. Betriebe, die das konsequent machen, sehen innerhalb von drei bis sechs Monaten, wie der Anteil kippt. Die Plattform bleibt für Neukunden, die den Betrieb noch nicht kennen.
Ein Anreiz hilft: ein Prozent-Rabatt bei Abholung, ein Gratis-Getränk ab einem Bestellwert, ein Bonus nach der fünften Bestellung. Das kostet einen Bruchteil der Provision.
Woran erkennt man, dass es sich nicht lohnt?
An drei Dingen: wenig Stammkundschaft (Laufkundschaft in Touristenlagen), Plattformumsatz unter 3.000 Euro im Monat, oder ein Betrieb, der keine Kapazität hat, Bestellungen aus zwei Kanälen anzunehmen. Dann ist die ehrliche Empfehlung eine gute Restaurant-Website mit Speisekarte als Text, Reservierung und dem Plattform-Link, für 2.000 bis 3.500 Euro.
Stand: . Preise netto, Änderungen nur bei echter Anpassung.